Lichtmaschine: Regler defekt oder nur Kohlen alle?

Wenn die Lichtmaschine defekt ist, kann es sein, dass nur die Kohlen der LiMa verschlissen sind. Kohlebürsten halten in der Regel weit über 150.000 km. Hat ein Fahrzeug jedoch um die 200.000 km auf der Uhr oder mehr, so können schonmal die Kohlen alle sein. Dann kann man den Generator durch Ersetzen der Kohlen relativ einfach wieder zum Laufen bringen. Denn verschlissene Kohlen bedeutet, dass die Lichtmaschine an sich noch funktioniert. Kohlebürsten sind demnach Verschleißteile, die einfach gegen neue getauscht werden.

Diagnose verschlissener Kohlen

Verschlissene Kohlen zu erkennen ist nicht so ohne weiteres möglich, da dafür sowohl die Lichtmaschine ausgebaut werden muss, als auch der Regler selbst. Ist der Regler erst einmal ausgebaut, ist es relativ einfach zu erkennen, ob die Kohlen noch lang genug sind. Bei einem guten gebrauchten Regler, schauen die Kohlen mindestens einen halben Centimeter heraus, wenn der Regler ausgeaut ist. Eingebaut "schleifen" die Kohlen (deshalb: Schleifkohlen) dank des Kontaktes am Kupferring der Lichtmaschine und können den Konakt herstellen.
Der Vollständigkeit halber möchte ich erwähnen, dass es selbstverständlich auch das eine oder andere Fahrzeug gibt, bei dem man einen Regler ausbauen kann, ohne die Lichtmaschine zu demontieren. Diese Fahrzeuge sehe ich aber eher als Ausnahme, da sie nicht mehr häufig vorkommen. Wer in der Glücklichen Lage ist einen alten Mercedes W123 / W124 oder einen Golf 1 / Golf 2 zu fahren, der kommt so gut an die Lichtmaschine dran und hat im Motorraum so viel Platz, dass man hinten an die LiMa rankommt und den Wechsel vollziehen kann. Wenn man jedoch ehrlich ist, so ist dies aber bei 98 % der täglich fahrenden Fahrzeuge nicht der Fall und man hat so wenig Platz im Motorraum, dass es schwierig genug ist, die Lichtmaschine überhaupt auszubauen.

Der eigentliche Tausch

So und wie kann man nun alte Kohlen gegen neue austauschen? Die Kohlen haben an der Rückseite eine Art Faden (Litze). Dieser Faden verhindert einerseits, dass die Kohlen vorne aus dem Gehäuse fallen können, und andererseits stellen Sie den elektronischen Kontakt her. Im Gehäuse selbst sitzen noch Federn. Diese "drücken" die Kohlen während des Betriebs immer schön an den Kupferring.
Aus wirtschafltichen und praktischen Gründen möchte ich auch noch auf das Thema Regler tauschen eingehen. Denn wenn man einen neuen Relger kauft, wird dieser selbstverständlich mit nagelneuen Kohlen geliefert. Wozu also die Kohlen austauschen, wenn auch der ganze Regler mitsamt Kohlen ausgewechselt werden kann?! Denn: Regler sind oft schon für unter 20 EUR zu haben. Kohlen dagegen kosten zwichen 7 EUR und 15 EUR. Um ehrlich zu sein, würde ich in vielen Fällen ebenfalls zu einem ganzen Regler tendieren, wenn ich die Wahl hätte. Aber eben nicht in jedem Fall! In einigen Fällen gibt es für bestimmte Lichtmaschinen keinen Regler zu kaufen. Dann bleibt nur noch der Kohlen Tausch. In anderen Fällen gibt es zwar Regler, aber es ist gewollt, den originalen Regler zu behalten. Ist der Regler noch in Ordnung und nur die Kohlen alle, so spricht auch nichts gegen diese Art der Reparatur. Denn der Generatorregler an sich ist kein Verschleißteil.
Hier einmal kurz die Arbeitsschritte.
1: entfernen der alten Kohlen. Wie oben gesagt, befinden sich Federn hinter den Kohlen. Werden diese entfernt, so springen die Federn durch den ganzen Raum und sind kaum wieder aufzufinden. Im neuen Set Kohlen sind die Federn nicht enthalten. Daher sollten Sie gut aufpassen und die Federn nicht verlieren.
2: entfernen der Reste: Entfernen Sie die restlichen Litze- oder Lötzinn-Reste. Man kann dazu einen kleinen Drämel oder Bohrer verwenden.
3: einlöten der neuen Kohlen: in den meisten Fällen sind Kohlebürsten gelötet. Diese mit einem Lötkolben (dieser muss ausreichend Leistung haben) wieder in den vorgesehenen Platz einlöten.

Nun kann der Regler wieder verbaut werden. Dann nur noch die Lichtmaschine wieder einbauen und sie sollte für weitere Jahre ihren Dienst verrichten.